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Die neuen Oasen

Der traditionelle feste Büro-Arbeitsplatz weicht einem digitalen Nomadentum, das von Oase zu Oase zieht. Unter anderem dieser Idee und der Frage, wie so eine Oase auszusehen hat, architektonisch und infrastrukturell, widmete sich vor zwei Wochen ein Artikel in der Print-Ausgabe des Economist, “The new oases. Nomadism changes buildings, cities and traffic.”, der hier online steht.

Was so eine Oase offenbar mindestens braucht? WLAN, komfortable Sitzplätze und eine gewisse Aneignungs-Flexibilität. Vorhandene Oasen reichen von Orten, die ursprünglich nicht auf die Ansprüche des neuen Nomadentums hin entwickelt wurden, wie etwa Starbucks, bis zu direkt dafür entwickelten Architekturen aus den Köpfen von z.B. Star-Architekt Frank Gehry oder William Mitchell vom MIT.

Oase = Halle, Halle = Oase

Manches vorgestellte Oasen-Konzept kommt dem, was wir uns unter einer Halle vorstellen, erstaunlich nahe. Zum Beispiel im Geschäftsmodell:

Instead of renting to corporate tenants, says Mr Dykstra, he plans to sell memberships as a club does—by the hour, week or month—to nomads dropping by. Mobile workers come in, find all the services they might need—from tech support to copying—and satisfy their needs for “work, love and play” as well, with the aid of fitness studios, restaurants, cooking classes and music rooms.

Gut, Fitness-Anlagen und Musikräume betrachten wir jetzt noch nicht als zu den Mindestvoraussetzungen der ersten Hallen gehörig. Aber die Idee eines monatlichen Beitrags zur Nutzung einer vor allem an Arbeitsbedürfnissen orientierten Infrastruktur, das ist schon ziemlich genau das, was wir wollen. Was wir auch wollen: Digitale Echtzeit-Abbildung der physisch-menschlichen Präsenzen in der Halle in einem Hallen-eigenen Social Network. Etwas ungefähr wie das hier:

He is also planning to turn his café into an online social network so that patrons opening their browsers to connect encounter a welcome page that asks them to fill out a short profile—as they would on Facebook, say—and then see information about the people at the other tables.

Was am Oasen-Begriff aber vielleicht am Stärksten zum Hallen-Konzept passt: Auch wir stellen uns nicht einen festen Ort vor, sondern eine räumlich verteilte Vielheit von Orten, eben Oasen, zwischen denen die Nomaden hin und her ziehen können.

(Economist-Artikel via Sentient Developments gefunden)

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2 comments to “Die neuen Oasen”

  1. Wildprovider sagt:

    Hallen zu betreiben hat so gut wie gar nichts mit digitalem Nomadentum zu tun. Diejenigen die eine solche Halle betreiben müssen vor Ort immer erreichbar sein. Sie müssen die Türen aufsperren, Getränke nachkaufen, Gelder acquirieren, Miete zahlen und sich selber finanzieren. Ein Ort ist immer ein fester Ort und kann nie fluid werden. Natürlich bewegen sich die Konsumenten von einem Ort zum anderen aber es ist wie beim Filesharing: Wer seine Daten nicht zur verfügung stellt tut nix fürs Gemeinwohl. In dieser Form ist das Hallenprojekt ein reines Ego Shooter Game und bildet nur Konsumenten bzw. Benutzer.

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