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Hallo liebe Coworker, wir stecken gerade mitten in unserem Diplom-Projekt und wollen uns und unsere Arbeit vorstellen, in der Hoffnung, dass Ihr uns weiterhelfen könnt.

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Wir sind: Anna und Lilly von der Kunsthochschule Berlin/Weißensee. Dort studieren wir Produkt-Design und machen, wie gesagt, gerade unser Diplom. Und so sitzen wir gemeinsam seit Oktober ‘08 in unserem Arbeitsraum draußen in Weißensee und arbeiten daran, Ende April unser Diplom präsentieren zu können. Das heißt: Wir haben viel recherchiert, das Thema überdacht und umgedacht. Schließlich sind wir nun dabei zu entwerfen: Diesmal wird es ein „Arbeitsplatzsystemmöbel“.

Wenn wir mit einem Projekt beginnen, wissen wir eigentlich nie, was am Ende heraus kommt. So war das auch dieses Mal. In der Regel – zumindest war es so bei unseren Studienprojekten der letzten Jahre – wird im Laufe des Projektes aus einem zunächst abstrakten und weiten Thema ein Konzept entwickelt, durchdacht und realisiert. Kurz gesagt: Wir recherchieren, entwerfen, bauen Modelle und präsentieren schlussendlich unsere Lösung. Im Oktober stellten wir uns die Frage, die sich ja schon viele stellten: „Was macht eigentlich einen Arbeitsplatz aus?“. Beschwerden über den Lärm und die Unruhe in Großraumbüros kann man nach wie vor überall hören, aber auch  Berichte über Unternehmen, wie zum Beispiel Best Buy in den USA, die allen Mitarbeitern vollkommen freistellen, wann und wo sie arbeiten, sind zu lesen.

„Was sind die neuen räumlichen Freiheiten in der Arbeitsplatzwahl? Was passiert, wenn alle Angestellten frei gestellt bekommen, wann und wo sie arbeiten? Was passiert wenn wir alle von zu Hause, aus dem Urlaub,.. arbeiten? Braucht es keinen „realen Treffpunkt“ zwischen den Kollegen mehr? Wenn es keinen festen Ort mehr gibt, werden dann nicht vielleicht andere Orte und Bereiche gebraucht, um sich wieder zu treffen? Besonders heute wo jedermann über Gruppenarbeit und Zusammenarbeit spricht!“ notierten wir in den ersten Wochen. Während unserer Recherche entdeckten wir plötzlich einen Artikel über das Hallenprojekt. „Da gibt es ja doch schon neue Orte“ dachten wir uns und tauchten tiefer in das Thema ein. Wir lernten die Welt des Coworking kennen. Dass sich immer mehr sogenannte „mobile Arbeiter“ in WLAN-Cafés sammeln und dort ihren Arbeitsplatz aufschlagen, ist nichts neues mehr. Neu ist vielmehr, dass hier nun auch  Organisationen und Strukturen entstehen. Gemeinschaftsbüros, Gästebüros, „Coworking Spaces“… wir informierten uns weiter, besuchten und besichtigten.

Und nun beginnt unsere eigentliche Arbeit: Wir wollen so einen „Arbeitstreffpunkt“ gestalten. Was bedeuten die neue Umgebung und Nutzung für die Raumgestaltung und was fehlt hier vor allem noch? Büromöbel und -systeme gibt es in allen erdenklichen Ausführungen, dennoch haben sie alle nach wie vor eines gemeinsam: Sie sind gedacht und gestaltet für das klassische Büro, gehen von Büroräumen aus, wo „alles“ vorhanden ist und wo oft Kosten kaum eine Rolle spielen. Wir wollen ein System entwickeln, das den leeren Raum ohne große Veränderungen als Arbeitsplatz nutzbar macht. Außerdem soll Büro/Café-Atmosphäre und Konzentration/Kommunikation gleichzeitig an einem Ort ermöglicht werden.

Dazu gibt es auch ein Umfrage, mit der wir versuchen herauszufinden, was eine gute Arbeitsumgebung ausmacht. Wo würdet Ihr am liebsten arbeiten und wie ist Eure aktuelle Arbeitsumgebung gestaltet? Uns interessiert, wie der heutige Arbeitsalltag aussieht. Wie organisiert sich eine Woche, wenn ein festes Büro und feste Arbeitszeiten nicht mehr vorgeschrieben sind. Was hat sich auch räumlich dadurch verändert? Ist es wichtiger, nette Cafés in nächster Nähe zu haben, oder suchst Du Deinen Ort nach seiner Ausstattung (Drucker, Computer, …) aus?

Eure Meinung und Erfahrungen würden uns sehr weiterhelfen und wir würden uns freuen, wenn Ihr Euch kurz Zeit für 7 Fragen nehmen könntet. Dieser Link führt euch direkt zu den Fragen.

Im letzten Feld „Wenn Dir noch was dazu einfällt“ schreibt bitte einfach, was Euch generell dazu einfällt oder was Euch einfiel, als Ihr diesen Blogeintrag gelesen habt.

Vielen Dank und liebe Grüße, Anna und Lilly
aediplomarbeit@googlemail.com

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Die neuen Oasen

Der traditionelle feste Büro-Arbeitsplatz weicht einem digitalen Nomadentum, das von Oase zu Oase zieht. Unter anderem dieser Idee und der Frage, wie so eine Oase auszusehen hat, architektonisch und infrastrukturell, widmete sich vor zwei Wochen ein Artikel in der Print-Ausgabe des Economist, “The new oases. Nomadism changes buildings, cities and traffic.”, der hier online steht.

Was so eine Oase offenbar mindestens braucht? WLAN, komfortable Sitzplätze und eine gewisse Aneignungs-Flexibilität. Vorhandene Oasen reichen von Orten, die ursprünglich nicht auf die Ansprüche des neuen Nomadentums hin entwickelt wurden, wie etwa Starbucks, bis zu direkt dafür entwickelten Architekturen aus den Köpfen von z.B. Star-Architekt Frank Gehry oder William Mitchell vom MIT.

Oase = Halle, Halle = Oase

Manches vorgestellte Oasen-Konzept kommt dem, was wir uns unter einer Halle vorstellen, erstaunlich nahe. Zum Beispiel im Geschäftsmodell:

Instead of renting to corporate tenants, says Mr Dykstra, he plans to sell memberships as a club does—by the hour, week or month—to nomads dropping by. Mobile workers come in, find all the services they might need—from tech support to copying—and satisfy their needs for “work, love and play” as well, with the aid of fitness studios, restaurants, cooking classes and music rooms.

Gut, Fitness-Anlagen und Musikräume betrachten wir jetzt noch nicht als zu den Mindestvoraussetzungen der ersten Hallen gehörig. Aber die Idee eines monatlichen Beitrags zur Nutzung einer vor allem an Arbeitsbedürfnissen orientierten Infrastruktur, das ist schon ziemlich genau das, was wir wollen. Was wir auch wollen: Digitale Echtzeit-Abbildung der physisch-menschlichen Präsenzen in der Halle in einem Hallen-eigenen Social Network. Etwas ungefähr wie das hier:

He is also planning to turn his café into an online social network so that patrons opening their browsers to connect encounter a welcome page that asks them to fill out a short profile—as they would on Facebook, say—and then see information about the people at the other tables.

Was am Oasen-Begriff aber vielleicht am Stärksten zum Hallen-Konzept passt: Auch wir stellen uns nicht einen festen Ort vor, sondern eine räumlich verteilte Vielheit von Orten, eben Oasen, zwischen denen die Nomaden hin und her ziehen können.

(Economist-Artikel via Sentient Developments gefunden)

Das Genre des “office pr0n” widmet sich der Erotik von Arbeitsplätzen. Wohlgemerkt: nicht Arbeitsplätzen als Austragungsort biologischer Erotik, sondern der Erotik von Arbeitsräumen selbst, ihrer Architektur und ihrer Ausstattungen. Man guckt sich sabbernd die Räume der Google- und Pixar- und Apple-Arbeiter an und kommt zum Schluss: An so einem Ort würde ich liebend gern arbeiten!

Ich würde bereitwillig meine Arbeitskraft ins Lohnsklaventum verkaufen, so lange ich mich in mit meinem Laptop in in diese Hängesitzschaukeln oder diese Sitzsäcke lümmeln, bei meinen Arbeitsgängen in dieser Rutsche von Etage zu Etage wechseln, mich mit dieser oder dieser reichhaltigen Nahrungsversorgung bei langen Arbeitsnächten fit halten, Meetings an dieser Tischtennisplatte abhalten, die größten Brainstorming-Tafeln der Welt bekritzeln, so eine Umgebung oder solche Spielzeuge produktiv meine Kreativitätsneuronen durcheinanderwirbeln lassen, Spielplatz zur Ausbreitung meiner Gadgets und Gizmos beanspruchen, mich zum konzentrierten Werkeln in meine eigene kleine Hütte oder meinen eigenen Container oder mein eigenes Zelt oder mein eigenes Was-auch-immer zurückziehen und zwischendurch zur Entspannung ein paar Runden im Pool schwimmen könnte.

Die Silicon-Valley-Firmen wissen schon, mit welchen Bonbons sie kreative Freigeister in ein traditionelles Arbeitsverhältnis ködern können. Schnappen wir ihnen den Bonbon doch einfach weg und bauen solche Arbeitsplätze ohne festen Arbeitgeber für sich alleine! Die Hallen, die wir bauen wollen, brauchen ihnen in Komfortabilität und Inspiration in Nichts nachzustehen. Nur müsste man halt, um sie zu beanspruchen, nicht gleich die ganze eigene Arbeitskraft veräußern, sondern nur einen vergleichsweise bescheidenen monatlichen Mitgliedsbeitrag.

Aber genug Rumgeschwafel, wir wissen doch, was der Leser eigentlich will — pr0n! pr0n! pr0n! Hier ist mehr davon:

Hier sollte eigentlich ein lustiger, erfrischend spritziger oder zumindest nachfühliger Text über meinen Besuch im selfHub stehen. Aus Zeitermangelung gibts hier jetzt aber nur ein paar kleine SchmuleFotos zum Einstimmen und Wundern. Der Text kommt noch. Wahrscheinlich.

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