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Hallenprojekt in Worten

[Bild via Wordle]

Wenn Du bis hierher gefunden hast, hast Du es schon gemerkt: Wir haben hallenprojekt.de gestartet. Und Du kannst dabei sein. Einfach anmelden, Ort suchen oder neu anlegen – und Dich mit anderen Nutzern des selben Ortes austauschen. Oder einfach nur sehen, wer denn der Tischnachbar da ist, der da so konzentriert am Rechner sitzt.

Die obenstehende Grafik illustriert übrigens den Artikel “Oasen der Arbeit” über das Hallenprojekt von Elisabth Rank bei FM4.

Update: Mehr lesen übers Hallenprojekt kann man jetzt auch bei jetzt.de

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Die neuen Oasen

Der traditionelle feste Büro-Arbeitsplatz weicht einem digitalen Nomadentum, das von Oase zu Oase zieht. Unter anderem dieser Idee und der Frage, wie so eine Oase auszusehen hat, architektonisch und infrastrukturell, widmete sich vor zwei Wochen ein Artikel in der Print-Ausgabe des Economist, “The new oases. Nomadism changes buildings, cities and traffic.”, der hier online steht.

Was so eine Oase offenbar mindestens braucht? WLAN, komfortable Sitzplätze und eine gewisse Aneignungs-Flexibilität. Vorhandene Oasen reichen von Orten, die ursprünglich nicht auf die Ansprüche des neuen Nomadentums hin entwickelt wurden, wie etwa Starbucks, bis zu direkt dafür entwickelten Architekturen aus den Köpfen von z.B. Star-Architekt Frank Gehry oder William Mitchell vom MIT.

Oase = Halle, Halle = Oase

Manches vorgestellte Oasen-Konzept kommt dem, was wir uns unter einer Halle vorstellen, erstaunlich nahe. Zum Beispiel im Geschäftsmodell:

Instead of renting to corporate tenants, says Mr Dykstra, he plans to sell memberships as a club does—by the hour, week or month—to nomads dropping by. Mobile workers come in, find all the services they might need—from tech support to copying—and satisfy their needs for “work, love and play” as well, with the aid of fitness studios, restaurants, cooking classes and music rooms.

Gut, Fitness-Anlagen und Musikräume betrachten wir jetzt noch nicht als zu den Mindestvoraussetzungen der ersten Hallen gehörig. Aber die Idee eines monatlichen Beitrags zur Nutzung einer vor allem an Arbeitsbedürfnissen orientierten Infrastruktur, das ist schon ziemlich genau das, was wir wollen. Was wir auch wollen: Digitale Echtzeit-Abbildung der physisch-menschlichen Präsenzen in der Halle in einem Hallen-eigenen Social Network. Etwas ungefähr wie das hier:

He is also planning to turn his café into an online social network so that patrons opening their browsers to connect encounter a welcome page that asks them to fill out a short profile—as they would on Facebook, say—and then see information about the people at the other tables.

Was am Oasen-Begriff aber vielleicht am Stärksten zum Hallen-Konzept passt: Auch wir stellen uns nicht einen festen Ort vor, sondern eine räumlich verteilte Vielheit von Orten, eben Oasen, zwischen denen die Nomaden hin und her ziehen können.

(Economist-Artikel via Sentient Developments gefunden)

Das Genre des “office pr0n” widmet sich der Erotik von Arbeitsplätzen. Wohlgemerkt: nicht Arbeitsplätzen als Austragungsort biologischer Erotik, sondern der Erotik von Arbeitsräumen selbst, ihrer Architektur und ihrer Ausstattungen. Man guckt sich sabbernd die Räume der Google- und Pixar- und Apple-Arbeiter an und kommt zum Schluss: An so einem Ort würde ich liebend gern arbeiten!

Ich würde bereitwillig meine Arbeitskraft ins Lohnsklaventum verkaufen, so lange ich mich in mit meinem Laptop in in diese Hängesitzschaukeln oder diese Sitzsäcke lümmeln, bei meinen Arbeitsgängen in dieser Rutsche von Etage zu Etage wechseln, mich mit dieser oder dieser reichhaltigen Nahrungsversorgung bei langen Arbeitsnächten fit halten, Meetings an dieser Tischtennisplatte abhalten, die größten Brainstorming-Tafeln der Welt bekritzeln, so eine Umgebung oder solche Spielzeuge produktiv meine Kreativitätsneuronen durcheinanderwirbeln lassen, Spielplatz zur Ausbreitung meiner Gadgets und Gizmos beanspruchen, mich zum konzentrierten Werkeln in meine eigene kleine Hütte oder meinen eigenen Container oder mein eigenes Zelt oder mein eigenes Was-auch-immer zurückziehen und zwischendurch zur Entspannung ein paar Runden im Pool schwimmen könnte.

Die Silicon-Valley-Firmen wissen schon, mit welchen Bonbons sie kreative Freigeister in ein traditionelles Arbeitsverhältnis ködern können. Schnappen wir ihnen den Bonbon doch einfach weg und bauen solche Arbeitsplätze ohne festen Arbeitgeber für sich alleine! Die Hallen, die wir bauen wollen, brauchen ihnen in Komfortabilität und Inspiration in Nichts nachzustehen. Nur müsste man halt, um sie zu beanspruchen, nicht gleich die ganze eigene Arbeitskraft veräußern, sondern nur einen vergleichsweise bescheidenen monatlichen Mitgliedsbeitrag.

Aber genug Rumgeschwafel, wir wissen doch, was der Leser eigentlich will — pr0n! pr0n! pr0n! Hier ist mehr davon:

Heute im Schlaf ist mir – neben diversen abstrusen Geschichten -
“Wir nennen es Halle” als möglicher Titel für die Vision eingefallen. Und es ist ja allseits bekannt, was man so über Dinge sagt, die einem im Schlaf einfallen…
Also, damit es mir nicht wieder ent- und euch vielleicht gefällt, stehts jetzt hier.

(geschrieben übrigens aus dem selfHub, auf einem wahnsinnig bequemen Sessel, von dem aus es mir schwerfällt, irgendwas an dieser Welt da draußen doof zu finden, die mir total entspannt durch die riesigen Fenster über die Schulter schmult…)